Schwerstverletzt nach einem Frontalzusammenstoß

Helmut Fellner wurde im Traumazentrum des Klinikums Traunstein geholfen

Veröffentlicht in der Lokalpresse des Berchtesgadener Landes und des Landkreises Traunstein im März 2019

Der 53-Jährige hat keine Erinnerungen an den Unfall und die Zeit danach. „Alles weg“, sagt er. Ihn plagen keine schrecklichen Bilder von dem Moment, der sein Leben und das seiner Familie für Monate auf den Kopf stellte. Ehefrau Monika wurde von der Polizei, die spät abends an ihrer Haustür klingelte, über den schlimmen Unfall ihres Mannes informiert. Helmut Fellner, der im Außendienst eines Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen unter anderem Westösterreich betreut, war nach einem langen Arbeitstag auf dem Nachhauseweg, als auf der Bundesstraße kurz vor Lofer ein Fahrzeug von der Gegenfahrbahn in die Front seines Autos raste. Der Fahrer des großen, schweren Fahrzeugs war hinter dem Lenkrad eingeschlafen. Während er  nur leicht und seine Beifahrerin mittelschwer verletzt wurden, musste Helmut Fellner für mehrere Wochen auf der Intensivstation versorgt werden. „Außer mir und unserem Sohn hat er niemanden erkannt, er wusste nicht mehr, wo er wohnt und war auch zeitlich desorientiert“, erinnert sich Monika Fellner.

„Das Schlimmste waren die massiven Blutungen im Gehirn“, weiß ihr Mann heute. Er hat bei dem Verkehrsunfall zudem zwei Brüche im Knie, einen knöchernen Ausriss des Innenbandes, zwei gebrochene Rippen und einen Bruch des Brustbeins davongetragen und musste sich später bei Prof. Ketterl auch noch einer Operation zur Stabilisierung seiner Halswirbelsäule unterziehen. Helmut Fellner hatte Glück im Unglück, denn der renommierte Unfallchirurg Prof. Rupert Ketterl hat eine ausgeprägte Expertise in Sachen Wirbelsäulenchirurgie. „Wirbelsäulenverletzungen oder Schädel-Hirn-Traumata sind Verletzungen, die an bestimmte Kliniken gebunden sind“, so Prof. Ketterl. Im letzten Jahr hat sich die von ihm geleitete Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie im Klinikums Traunstein erfolgreich einer Re-Auditierung als Überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) unterzogen, sie ist auch Teil des Traumanetzwerks München-Oberbayern Süd.

 

Von der DGU ins Leben gerufen wurde das Zertifizierungsverfahren Traumanetzwerk, um „jedem Schwerverletzten an jedem Ort in Oberbayern zu jeder Zeit bestmögliche Überlebenschancen zu bieten und auch außerhalb von Ballungszentren eine optimale Versorgung zu gewährleisten.“  Traumazentren wie das Klinikum Traunstein zeichnen sich nicht nur durch hohe fachliche Kompetenzen aus. Sie müssen auch besondere personelle, strukturelle und apparative Ressourcen für die Versorgung Schwerverletzten vorhalten. Eine regelmäßige Überprüfung kommt den Zentren bei der Optimierung ihrer Prozess- und Strukturqualität ebenso zugute wie die Jahresberichte des Traumaregisters der DGU. Diese zentrale Datenbank mit anonymen Behandlungsdaten schwerverletzter Patienten aus rund 700 Traumazentren gibt diesen über eine jährliche Auswertung wertvolle Rückmeldungen rund um ihre Behandlungsqualität. „Wir sind gut ausgestattet und aufgestellt“, freut sich Prof. Ketterl.

 

So liege das Überregionale Traumazentrum Traunstein im Vergleich der teilnehmenden Klinik bei der Dauer von der Aufnahme im Schockraum bis zur Ganzkörper-Computertomographie zeitlich deutlich unter dem Durchschnitt. Ähnlich erfreulich seien zum Beispiel die Ergebnisse bei einer Sepsis auf der Intensivstation, mit knapp zwölf statt dreißig Prozent beim Organversagen hebe sich das Klinikum Traunstein noch wesentlich positiver vom Gesamtdurchschnitt ab. Auch was die Patientenzahlen betrifft, kann sich das Traumazentrum Traunstein sehen lassen und wird mittlerweile auf Platz 11 in Deutschland geführt. Waren es 2014 noch 140 Patienten, so haben Prof. Ketterl und sein Team 2017 schon 310 und 2018 sogar 348 Patienten behandelt. Einer von ihnen war Helmut Fellner, für dessen schwerste Verletzungen Traumazentren wie das in Traunstein geschaffen wurden. Er und seine Frau betonen, dass ihnen der „bodenständige“ Chefarzt und sein Team „immer auf Augenhöhe begegnet“ seien. Zur lobenswerten Kommunikation mit ständiger und verständlicher Information sei neben der erfolgreichen Behandlung auch noch der bemerkenswerte Einsatz für eine schnellstmögliche neurologische Früh-Rehabilitation gekommen, so das Ehepaar Fellner. „Die Ärzte auf der Intensivstation waren praktisch in einer Dauerschleife mit der Schön Klinik Bad Aibling“, so Helmut Fellner. „Schritt für Schritt“ sei er ins Leben zurückgekommen. Dieses nimmt er nun noch bewusster war, freut sich auch an Kleinigkeiten - und ist dankbar für all die fachliche und menschliche Hilfe, die ihm in dieser Ausnahmesituation zuteilwurde.

Ina Berwanger

 

Ina Berwanger 

Freie Journalistin

 

 

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